Sprache – Deutsch

Die Schülerinnen und Schüler leben von Anfang an in einer sprachlich und symbolisch geordneten Welt. Sprache ist grundlegend für die Entwicklung von Identität, für die Erschließung der Welt, für Verständigung und Beziehungsaufbau und für die Strukturierung von Denk- und Lernprozessen.

Der Sprach- und Deutschunterricht an der Klosterbergschule umfasst vier Stunden pro Woche und orientiert sich am Bildungsplan des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Je nach Lernvoraussetzungen und Leistungsstand der Schülerin / des Schülers werden individuell abgestimmte Ziele für den einzelnen festgelegt. Daher stehen Unterrichtsmethoden im Vordergrund, die ein individuelles Lernen ermöglichen wie beispielsweise Freiarbeit oder Stationenlernen. Der im Bildungsplan genannte Bildungsbereich Sprache-Deutsch ist in vier Dimensionen untergliedert:

Orientiert an diesen vier Dimensionen soll nun ein Einblick in den Deutschunterricht an unserer Schule gegeben werden. Wer an ausführlicheren Informationen interessiert ist, kann hier unseren Leitfaden Sprache-Deutsch herunterladen. Zu jeder Dimension stehen ansprechende Lernmedien im Deutschmaterialraum zur Verfügung, die von den Schülerinnen und Schülern im Unterricht genutzt werden und zur Lernmotivation beitragen.

Dimension Elementare Dialogformen

Die Schülerinnen und Schüler verleihen eigenen Bedürfnissen Ausdruck und entwickeln Identität. Sie lenken ihre Aufmerksamkeit auf Berührung, Gesichtsausdruck oder Stimme und entnehmen daraus Informationen. Sie überwinden die Grenzen unserer Sprache und entdecken die Welt über gemeinsame Erlebnisse und emotionales Erleben, beispielsweise beim Schaukeln zusammen mit anderen in der Nestschaukel. Sie erleben Sprache in Form von Musik, begleiten sie mit Rhythmusinstrumenten und erleben die Stimmung.

Dimension Verständigung durch Zeichen

Die Schülerinnen und Schüler verwenden individuelle Zeichen und erlernen nach und nach allgemein gültige und verständliche Ausdrucks- und Kommunikationsformen, um sich mit anderen verständigen zu können. Solche Ausdrucksformen sind beispielsweise Lautgebärden, die dazu beitragen, sich einen Buchstaben und den dazugehörigen Laut sowie dessen Aussprache zu merken. Auch der Einsatz von Gebärden (wir verwenden die Gebärdensammlung "Schau doch meine Hände an"), Gestik und Mimik unterstützt oder bildet sprachliche Interaktionen.

Kommunikation kann aber auch über Bildsymbole stattfinden, mit deren Hilfe auf Dinge aufmerksam gemacht und Sprache abgebildet, ergänzt oder ersetzt werden kann. An der Klosterbergschule kommen in diesem Bereich Boardmaker, Metacom, Pictoselector oder eigene Bilder zum Einsatz.

Um miteinander sprechen zu können, ist eine differenzierte Aussprache grundlegend. Daher experimentieren die Schülerinnen und Schüler mit Lauten, Silben und Wörtern, üben ihre Aussprache und erweitern ihre Ausdrucksfähigkeit durch das Erarbeiten eines Wortschatzes. So werden Wörter nach Oberbegriffen, Gegensätzen oder Wortfamilien geordnet und es wird mit ihnen beschrieben, was gesehen und erlebt wird.
Beim Bilden von Sätzen werden Wörter dann in einen komplexen Zusammenhang gebracht und erste grammatische Strukturen des Satzaufbaues werden erlernt. Auch Dialekt (Schwäbisch), Englisch oder die Herkunftssprache einer Schülerin / eines Schülers werden in den Sprachunterricht miteinbezogen.


METACOM Symbole

Ich
habe
eine
Birne

Gebärden, Lautgesten und Symbole

Gebärdensammlung
Schau doch meine Hände an
Lautgebärde für o
Lautgeste für i
Symbol aufräumen
Übung für die Mundmotorik

Dimension Lesen und Schreiben

Neben dem Sprechen bietet das Lesen und Schreiben den Schülern eine weitere Möglichkeit mit der Umwelt in Kontakt zu treten. Lesen und Schreiben hat den Vorteil, dass kein direkter Gesprächspartner anwesend sein muss, sondern ein Austausch auch in Abwesenheit erfolgen kann. Auf diese Weise können sich die Schüler zum Beispiel mit fremden Meinungen, Vorstellungen und Wünschen auseinandersetzen und sich neue Wissensquellen erschließen. Gedachtes und Getanes kann erinnert werden.

Bei der Förderung des Lese- und Schreibprozesses werden die ganz individuellen Fähigkeiten eines einzelnen Schülers zugrunde gelegt; das bedeutet, dass es neben dem Buchstaben- und Schriftspracherwerb verschiedene Möglichkeiten und Niveaustufen gibt, um sich mitzuteilen:

Lesen und schreiben mit Symbolen und Ganzwörtern

Lesen und schreiben mit Buchstaben

Lesen und schreiben mit Silben

Lesen und schreiben mit Wörtern

Lesen und schreiben mit Sätzen

Lesen und schreiben mit Texten

Als Leselehrgang wird an unserer Schule das Momel Fibelprogramm genutzt.

Dimension: Literatur und Medien

In diesem Bereich werden Schülerinnen und Schüler an unterschiedliche Literatur und Medien herangeführt. Dabei spielen nicht nur Bücher, sondern auch Tageszeitungen, Zeitschriften, Computer, Internet usw. eine Rolle.
Die Inhalte, die die Schüler dabei erfahren, können beispielsweise in Rollenspielen, Theater, Hörspielen usw. umgesetzt werden. Dabei wird der Umgang mit verschiedenen Medien (z. B. Fernseher, Computer, CD-Player, Bücher lesen mit einem tiptoi) geübt. Auch Besuche in der Stadtbücherei in Schwäbisch Gmünd stehen auf dem Stundenplan, um die Beschaffung vielfältiger Medien und Literatur zu üben.

KBS-Leitfaden Sprache-Deutsch